Jahresbericht 2019

Brustrekonstruktion mit Lappenplastik: spezifische Anästhesieführung.

In der Schweiz erkranken etwas mehr als 6 000 Frauen pro Jahr an Brustkrebs. Eine besondere Form der Chirurgie ist die sofortige Rekonstruktion der Brust mit Eigengewebe der Patientin: die sogenannte Lappenplastik.

Natürliche Methode

Der grösste Vorteil bei der Brustrekonstruktion mit körpereigenem Gewebe ist, dass der Einsatz von Fremdmaterial wie Implantaten vermieden werden kann. Das neue Gewebe wird bei der Lappenplastik mit arteriellen und venösen Gefässen vom Bauch, Oberschenkel oder Gesäss entnommen.

Spezielle Lagerung

Eine der häufigsten Formen der Brustrekonstruktion mit Lappenplastik setzt eine spezielle Lagerung der Patientin voraus. Beispielsweise liegt die Patientin bei der OP auf dem Rücken und die Arme sind ca. 45 bis 30° in der Schulter adduziert.

Gesteuerter Blutfluss

Beim Anschluss an die Empfängergefässe benötigt die Lappenplastik einen guten Blutfluss, der durch den Blutdruck gesteuert wird. Dazu hat sich Noradrenalin bewährt.

Zentrale Erfolgsfaktoren

Ein wichtiger Faktor für den Erfolg des Eingriffs ist die OP-Dauer. Im Spital Zollikerberg wurden bereits einige Lappenplastiken erfolgreich durchgeführt. Eine enge Zusammenarbeit der Anästhesie mit der Chirurgie ist dabei zentral.

Ausblick

Mit der Einführung neuer Versorgungsstrukturen profitieren Patientinnen weiterhin von einer besseren Lebensqualität und können die Auswirkungen ihrer Krankheit in der Regel besser bewältigen. Ausserdem soll eine enge Verzahnung der intraoperativen Therapie mit der postoperativen Versorgung zu einer Verbesserung der Patientenversorgung im stationären und postoperativen Setting führen.

Freie Lappenplastiken haben Erfolgsraten von über 98 %. Eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten ist für den Erfolg zentral.
Prof. Dr. Dr. Adrian Reber,
Chefarzt, Leitung Dienstleistungszentrum OP / IS

Dienstleistungszentrum OP / IS