Jahresbericht 2019

Institutionsdelegierte CAPD: mehr Selbständigkeit für ältere Dialysepatientinnen und -patienten.

Der Anteil älterer Patientinnen und Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz und guter Lebensqualität wächst jährlich. 20 % aller Betroffenen wünschen eine Peritonealdialyse – zunehmend auch Menschen, die in einer Institution leben.

Hohe Selbständigkeit

Im Gegensatz zur Dialyse im Dialysezentrum ist die Peritonealdialyse (CAPD) ein Verfahren, das selbständig zu Hause angewendet oder an ein Team in einer Institution delegiert werden kann.

Schonender Vorgang

Die CAPD ist kreislaufschonend und damit eine ideale Dialyseform bei kardialen Komorbiditäten. Die Patientin oder der Patient selber oder das Team der Institution erlernt den entsprechenden Vorgang in wenigen Tagen.

Sozioökonomische Aspekte

Aufgrund der geringen Kosten ist die CAPD im Vergleich zur Zentrumsdialyse sozioökonomisch interessant. Erschwerend hingegen sind die altersbedingten Einschränkungen.

Wichtige Fragen

Um über eine delegierte CAPD entscheiden zu können, sollten folgende Fragen gestellt werden:

  • Hat die Institution die nötige Kapazität, um diese Leistung zu erbringen?
  • Ist eine Anpassung der Pflegestufe gegeben?
  • Trägt die Krankenversicherung die Mehrkosten der Pflege?

Ausserdem müssen mindestens zwei zu schulende Personen der Institution festgelegt werden. Unsere Erfahrungen mit der delegierten CAPD durch ein Pflegeteam sind positiv.

Ausblick

Mit einer delegierten CAPD sind die Patientinnen und Patienten meist sehr zufrieden, weil sie ohne grösseren Aufwand zu Hause therapiert werden können. Aufgrund der guten Erfahrungen sieht das Spital Zollikerberg die Entwicklungsmöglichkeiten in diesem Programm für die institutionsdelegierte CAPD bei älteren Patientinnen und Patienten positiv.

Unsere Erfahrungen und die Rückmeldungen von Patientinnen und Patienten sind äusserst positiv.
Dr. Brigitte Bergamin-Brunner,
Oberärztin

Nephrologie & Dialysezentrum